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Controller-Ecke Tips und Hilfen rund um das Controllen (Techniken, Sektorfiles, Phraseologie, usw.)

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Alt 2018-01-27, 17:24   #1 (permalink)
 
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Standard Kurzer Anflug / Langer Anflug

Hi @all,

könnt ihr mir bitte erklären, was ein Lotse unter einem "Kurzen Anflug" bzw. "Langen Anflug" versteht. In der Phrasologie gibt es ja die Begriffe "Kurze Landung" (make short landing), "Lange Landung" (make long landing), "Kurzen Anflug" (make short approach) und "Langen Anflug" (make long approach).

Bei einer "Kurzen Landung" setzt man ja relativ nah am Beginn der Landebahn auf. Bei der "Langen Landung" ist das Ziel relativ weit hinter der Schwelle aufzusetzen, damit man einen weiter hinter liegenden Rollweg zum Abrollen von der Bahn benutzen kann und diese nicht so lange durch das weite Rollen blockiert.

Nun zur Frage/meiner Herleitung:
"D-EABC, machen Sie langen Anflug"

Bedeutet die Phrase, dass man die Teile der Platzrunde verlängern soll (also einen längeren Gegenanflug, Queranflug und Endanflug macht)? Aber dafür wird ja normalerweise angewiesen "verlängern Sie den Gegenanflug". Oder ist damit gemeint, dass man direkt in den langen Endanflug gehen soll? Analog interessiert mich natürlich, was man unter einem "Kurzen Anflug" versteht.

Viele Grüße
Kendy
Kendy Naumann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 2018-01-28, 14:13   #2 (permalink)
 
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Vom Prinzip her hast Du es schon richtig verstanden.
Praktisch weiß der Lotse natürlich trotzdem nicht, wie Du fliegen wirst.
Für den einen ist ein kurzer Approach mitm Base über der Schwelle, für den anderen sind 1NM Final ein langer Anflug...

Wenn der Lotse wirklich kontrollieren will, sagt er, wann Du ins Base drehen sollst, bzw. wann nicht.

Es gibt aber natürlich Situationen, wo man es nicht ganz genau braucht als ATC, aber dem Piloten nen dezenten Hinweis gibt, wie er bitte mitspielen soll.
Da kann man dann "Short Approach" etc. verwenden.
Benjamin Manthey ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 2018-01-28, 17:32   #3 (permalink)
 
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Hi Benjamin,

danke für die Bestätigung!

Schade, dass viele Sachen nicht eindeutig formuliert sind bzw. man diese nur schwer findet.

Hier ist es ganz gut erklärt:
http://www.pilotundrecht.de/TEXTE/DOWNLOAD/vokabeln.pdf

Leider wird häufig "Make long approach" mit "langer Landung" verwechselt, wie meine Recherche im Internet ergeben hat

In der NfL findet man ja die gültigen Phrasen, aber meist ohne Erklärung/Anwendungsbeispiele.
Kendy Naumann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 2018-01-28, 21:14   #4 (permalink)
 
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Am Ende entscheudet die Besatzung wie kurz oder lang angeflogen wird (in diesem Zusammenhang!). Jeder interpretiert das nämlich anders und man muss sich als Pilot auch wohl fühlen mit dem Manöver, es muss sicher sein.
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Alt 2018-01-29, 00:45   #5 (permalink)
 
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Hi!

Ich muss hier noch einmal bei diesem interessanten Thema nachhaken.
Also mit der Anweisung short/long approach hat der Controller eigentlich erst mal gar nichts erreicht, denn der Pilot entscheidet selbständig was für ihn ein langer oder kurzer Anflug ist. Und da er für alle Platzrundenteile freigegeben ist, darf der Controller sich auf ein für ihn zu frühes eindrehen in Queranflug nicht wundern.
So weit so gut. Es gibt ja noch die Anweisung „Extend“ Downwind und zusätzlich „Continue ... Approach/Base“

Bei der Anweisung „Extend Downwind“ habe ich bisher immer gedacht, dass ich bis zum Continue den Gegenanflug verlängern muss (sozusagen wurde die Freigabe für die nächsten Platzrundenteile entzogen). Aber irgendwie fange ich gerade an zu zweifeln. Richtig, falsch oder Auslegungssache?

Gruß
Jörg


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Alt 2018-01-29, 07:32   #6 (permalink)
 
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Richtig: In diesem Fall ist der Gegenanflug Dein "clearance limit".

Short approach: Der Lotse erwartet einfach, dass der Pilot den für ihn kürzesten Anflug ausführt und wie das dann aussieht ist der individuellen Auslegung und dem Können des Piloten überlassen. Solange die Crew weiss, dass sie keine Zeit verschwenden soll, weil in naher Zukunft jemand anderes an- oder abfliegen will, reicht das.
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Alt 2018-01-29, 08:01   #7 (permalink)
 
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Alt 2018-02-02, 00:10   #8 (permalink)
 
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Dazu aber dann eine Frage:

In unserer (RG Frankfurt ATC) VFR Phraseo heißt es für die obrige Situation:

"Verlängern sie Gegenanflug (Piste 25L), warten sie auf Queranflug."
"Extend downwind (RWY 25L), standby for base."

Lässt man den zweiten Teil weg, hatte ich es bis jetzt so verstanden, dass man theoretisch den Queranflug irgendwann selbstständig fortsetzten darf, nur halt weiter draußen.
(Natürlich nur, falls man vorher für die Platzrunde / den Endanflug / den Queranflug freigegeben wurde...)

Praktisch wird man natürlich lange warten, meistens bis der Lotse einen den Endanflug gibt.

Sind das jetzt aber in der reinen Theorie zwei paar Schuhe oder ist die zweiteilige Formulierung einfach nur die Korrektere der Einteiligen?
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Peter Hasse ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 2018-02-02, 02:05   #9 (permalink)
 
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Zitat:
Zitat von Peter Hasse Beitrag anzeigen
"Verlängern sie Gegenanflug (Piste 25L), warten sie auf Queranflug."
"Extend downwind (RWY 25L), standby for base."

Lässt man den zweiten Teil weg, hatte ich es bis jetzt so verstanden, dass man theoretisch den Queranflug irgendwann selbstständig fortsetzten darf
In der Tat kann der Pilot entscheiden wie lang ein verlängerter Gegenanflug wohl auszusehen hat, bzw wann er dann in den Queranflug dreht. Vorausgesetzt ist hier dass er zuvor bereits für die Platzrunde freigegeben war - wenn nur bis Gegenanflug freigegeben war, darf natürlich nicht selbstständig in den Queranflug gedreht werden, aber in diesem Fall wäre auch die Anweisung den Gegenanflug zu verlängern überflüssig.

Es gibt übrigens auch genauso die Möglichkeit den Gegenanflug zu verkürzen.
Marvin Lenk ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 2018-02-02, 05:57   #10 (permalink)
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Wenn man für einen Teil der Platzrunde freigegeben wurde, dann sind damit alle Teile freigegeben. Würde die Anweisung zum Verlängern des Gegenanflugs gegeben muss man diesen bis zum Erhalt einer neuen Anweisung fortsetzen.

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Christian Speth ist offline   Mit Zitat antworten
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