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Piloten-Ecke Wie fliegt man richtig? (Verfahren, Phraseologie und mehr)

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Alt 2003-12-12, 00:10   #1 (permalink)
 
Benutzerbild von Klaus Löfflad
 
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Standard Frage zum DME

Moin moin,

ich bin heute mit einer Dash 7-100 in Alaska unterwegs. Da fiel mir auf, dass das GPS immer die sehr konstante, gerundete GS der GS-Anzeige (bei mir im Panel oben links) anzeigt. Während dessen zeigt das DME, welches ich auf Geschwindigkeit umstellen kann, andere Werte an. Das ist mir auch schon bei anderen Flugzeugen aufgefallen. Offenbar ist das GPS entweder zu träge oder die Messung anhand der Laufzeit der Funksignale des DME zu ungenau. Die GS laut GPS lag konstant bei 222 Knts, während DME Werte zwischen 205 und 240 Knts anzeigte.
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Beste Grüße aus Lemgo
Kapitän Klaus
Klaus Löfflad ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 2003-12-12, 08:15   #2 (permalink)
 
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Standard

Hi Klaus,

in welchem Winkel befand sich dein Flugweg relativ zum getrackten VOR? Wenn du an dem VOR vorbeifliegst und nicht drauf zu oder wenn du schlangenlinien fliegst, kann es zu Abweichungen kommen.
Christoph Piel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 2003-12-12, 10:21   #3 (permalink)
 
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Standard Re: Frage zum DME

Hallo Klaus,

du mußt berücksichtigen, wie das DME die Geschwindigkeit berechnet.

Prinzipielle ermittelt das DME keine "Geschwindigkeit über Grund", sondern berechnet eine bestimmte Geschwindigkeit aus der Änderungsrate der DME-Entfernung.

Wenn sich also z.B. in 10 Sekunden die DME-Anzeige von 12 NM auf 11.5 NM ändert, dann ist die DME-Geschwindigkeit = 0.5 NM / 10 s = 0.5 NM / 1h x 360 = 180 kts.

Dieses Verfahren hat allerdings seine Grenzen. Wenn du auf einem DME-Arc um die Station herumfliegst, dann ändert sich die DME-Anzeige - gar nicht. Die Änderung ist Null, dann ist auch die angezeigte Geschwindigkeit Null.

Die DME-Geschwindigkeit entspricht nur dann in etwa der Geschwindigkeit über Grund, wenn du auf die Station zufliegst - in gerader Linie - oder dich in gerade Linie von ihr entfernst.
Selbst dann gibt es durch die Schrägentfernung (Phythagoras: Entfernung² = (Entfernung am Boden)² + Höhe²) noch Fehler. Deswegen ist die DME-Geschwindigkeit nur dann sehr zuverlässig, wenn du weiter von der Station entfernt bist, zumindest so weit, daß die Flughöhe im Vergleich zur Entfernung vernachlässigbar ist.

GPS ist also vermutlich genauer. Allerdings sollte die GPS-GS immer größer sein als die DME-GS. Ich weiß nicht, warum dein DME dann 240 kts anzeigt. Vielleicht ist das DME einfach zu träge (kann ja nur auf 0.1 NM genau messen)?

Markus
Markus Vitzethum ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 2003-12-12, 12:43   #4 (permalink)
 
Benutzerbild von Klaus Löfflad
 
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Standard Re: Frage zum DME

Moin Christoph und Markus,

Zitat:
Zitat von Markus Vitzethum
Wenn sich also z.B. in 10 Sekunden die DME-Anzeige von 12 NM auf 11.5 NM ändert, dann ist die DME-Geschwindigkeit = 0.5 NM / 10 s = 0.5 NM / 1h x 360 = 180 kts.
Kannst du das nochmal ausführen? Wie kommst du auf diese Angaben? Die Gleichung ist nicht erfüllt (?).

Zitat:
Zitat von Markus Vitzethum
Dieses Verfahren hat allerdings seine Grenzen. Wenn du auf einem DME-Arc um die Station herumfliegst, dann ändert sich die DME-Anzeige - gar nicht. Die Änderung ist Null, dann ist auch die angezeigte Geschwindigkeit Null.
Okay, das leuchtet ein

Zitat:
Zitat von Markus Vitzethum
Die DME-Geschwindigkeit entspricht nur dann in etwa der Geschwindigkeit über Grund, wenn du auf die Station zufliegst - in gerader Linie - oder dich in gerade Linie von ihr entfernst.
Gut, ich flog knapp am DME vorbei (auf einer GPS-Route), also mit einem Grad Unterschied oder zwei.

Zitat:
Zitat von Markus Vitzethum
Selbst dann gibt es durch die Schrägentfernung (Phythagoras: Entfernung² = (Entfernung am Boden)² + Höhe²) noch Fehler.
Ja, das habe ich schon manches Mal beim Berechnen von VFR-Legs miteinbezogen, danke für die Bestätigung, dass der alte Pytagoras anwendbar ist ;-)

Fazit:

Klar, ich habe nicht daran gedacht, dass die Anzeige nur genau sein kann, wenn ich direkt auf das DME zufliege. Die Berechnung erfolgt nicht durch Laufzeitmessungen, sondern durch Messen der Entfernungsänderung. Vielleicht finde ich ja noch einen technischen Artikel dazu. Ich lasse es euch dann wissen.

Danke 8)
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Kapitän Klaus
Klaus Löfflad ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 2003-12-12, 14:05   #5 (permalink)
 
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Zitat:
Markus Vitzethum wrote:

Wenn sich also z.B. in 10 Sekunden die DME-Anzeige von 12 NM auf 11.5 NM ändert, dann ist die DME-Geschwindigkeit = 0.5 NM / 10 s = 0.5 NM / 1h x 360 = 180 kts.

Kannst du das nochmal ausführen? Wie kommst du auf diese Angaben? Die Gleichung ist nicht erfüllt (?).
an sich ist die gleichung richtig. der einzige fehler ist in der form...
es müsste heissen = (0,5NM / 10s) x 360 = 180 kts

aber der gedankengang ist voll und ganz richtig... und das ergebnis auch...
Johann Herrmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 2003-12-12, 14:32   #6 (permalink)
 
Benutzerbild von Michael Koppenhöfer
 
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Zitat:
Zitat von Hideki Yukawa
an sich ist die gleichung richtig. der einzige fehler ist in der form...
es müsste heissen = (0,5NM / 10s) x 360 = 180 kts
<nitpicker modus an>

Wo ist da der Unterschied? Die Multiplikation und die Division haben doch dieselbe Priorität (sie sind ja sogar kommutativ). Die Klammer bewirkt in diesem Fall gar nichts, da ohne Klammer auch von links nach rechts gerechnet werden kann. Oder von rechts nach links. Ist dasselbe.

Als Physiker könnte ich höchstens meckern, dass die Einheiten nicht richtig konvertiert wurden. Eigentlich müsste man nämlich

0,5 NM / 10 s * 3600 s/h = 180 NM/h = 180 KT

schreiben. Dann kürzen sich die Sekunden richtig weg.

...Im übrigen ist die Gleichung doch falsch, merke ich grad. 0,5/10*360 gibt nämlich nur 18 Knoten... ;-)

<nitpicker modus aus>

Aber ihr habt schon recht. Richtig gedacht und das Ergebnis stimmt auch. Wen interessiert dann der Rechenweg?

Cheers, Mick
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Michael Koppenhöfer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 2003-12-12, 14:42   #7 (permalink)
 
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Man könnte es auch in Worte fassen: der Flieger legt in 10 Sekunden 0,5NM zurück, in einer Sekunde also 0,05NM. Eine Stunde hat 3600 Sekunden also 0,05NM*3600 = 180 NM (pro Stunde)
Henning Huelsebusch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 2003-12-12, 16:13   #8 (permalink)
 
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@ michael:

es ging mir um die einheit. ich hatte sein "durch 1h" mit "durch 10s" ersetzt... das kommutativgesetz ist mir allerdings durchaus geläufig... Danke für den hinweis... :-)
Johann Herrmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 2003-12-12, 16:20   #9 (permalink)
 
Benutzerbild von Michael Koppenhöfer
 
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Ist ja auch nicht sooo wichtig. Ich hab mir nur gedacht, wo ihr grad beim Haarspalten seid...

Du weisst ja: Physiker = Einheiten-Erbsenzähler (das hab ich schon in der Schule feststellen müssen und nach meinem Studium bin ich jetzt infiltriert)

Gruss, Michael
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Michael Koppenhöfer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 2003-12-14, 09:35   #10 (permalink)
 
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Hallo Michael,

> Physiker = Einheiten-Erbsenzähler

absolut. Denn ich ich auch Physiker und genauso einheitenverliebt. Allerdings sind "Wahrheit und Klarheit komplementär" (E. Mollowo, Festkörperphysiker), deswegen habe ich ein paar Zwischenschritte zum Einheitenumrechhnen wegglassen, um den geneigten Leser nicht durch zu viel Rechnung zu verwirren. Kann ich aber nachholen

> Als Physiker könnte ich höchstens meckern, dass die Einheiten nicht
> richtig konvertiert wurden. Eigentlich müsste man nämlich
>
> 0,5 NM / 10 s * 3600 s/h = 180 NM/h = 180 KT

Ich denke schon, daß die Rechnung in obiger Form stimmt.

Denn

0.5 NM / 10 s = (0.5 NM / 10s ) * 3600 s / h = (0.5 NM / 10 s) * 3600s / 1 h = 0.5 NM / 1h * 3600 s / 10 s = 0.5 NM / 1 h * 3600/10 = 0.5 NM / 1h * 360 = 180 NM /h = 180 Kts

Alles in Fettdruck war in meinem ersten Beitrag.

> 0,5/10*360 gibt nämlich nur 18 Knoten... ;-)

Schon. Aber diese Formel kommt ja nirgends vor



Markus
Markus Vitzethum ist offline   Mit Zitat antworten
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