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swift - Open Source Pilot Client Open Source Pilot Client - Crossplattform, Pluginfähig, von Usern für User

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Alt 2015-11-03, 16:44   #11 (permalink)
 
Benutzerbild von Julian Gruber
 
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Ich lese durchaus mit, habe aber selbst viel zu tun und daher noch keine Zeit gefunden darauf zu antworten.
Gesellschaftsrecht ist durchaus fester Bestandteil des Jurastudiums (zumindest in Bayern), ist aber ein wirklich kompliziertes Rechtsgebiet. Und die hier benötigte Beratung zur Wahl einer Rechtsform ist quasi die Königsdisziplin in diesem ohnehin schwierigen Gewässer. Das schreibt sich nicht schnell mal locker aus der Hand (zumindest nicht, wenn man das nicht quasi täglich macht), daher hat wahrscheinlich auch noch keiner der anderen Juristen hier geantwortet.

Ich kann aber versuchen euch zumindest etwas weiterzuhelfen und die Möglichkeiten etwas zu erleuchten. Das ist dann quasi mein Beitrag zu dem klasse Projekt.

Gebt mir 2 Wochen! (Spaß, ich schau es mir nachher mal an)


Vielleicht können wir die für euch wichtigsten Punkte mal sammeln. Bisher habe ich das so verstanden:
- möglichst keine Haftungsrisiken für euch als Privatperson
- Möglichkeit des Ein- und Ausscheidens von "Mitgliedern / Mitarbeitern"
- die Organisation soll Inhaberin der Rechte an dem Code sein

Hab ich was vergessen?
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Geändert von Julian Gruber (2015-11-03 um 16:50 Uhr)
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Alt 2015-11-03, 17:02   #12 (permalink)
 
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Zitat:
Zitat von Julian Gruber Beitrag anzeigen
Vielleicht können wir die für euch wichtigsten Punkte mal sammeln. Bisher habe ich das so verstanden:
- möglichst keine Haftungsrisiken für euch als Privatperson
- Möglichkeit des Ein- und Ausscheidens von "Mitgliedern / Mitarbeitern"
- die Organisation soll Inhaberin der Rechte an dem Code sein

Hab ich was vergessen?
Gute Zusammenfassung. "On top"
  • möglichst einfaches Handling (also es darf keine Notartermine oder sowas geben)
  • keine oder geringe Kosten (wir haben kein Geld) -> also realistisch gesehen geringe Kosten
  • wir sind nicht an D als Standort gebunden
  • Potentiell: Spendenempfänger (haben wir aktuell nicht vor, aber darauf vorbereitet zu sein wäre nicht schlecht)

Als "Benchmark" sehen wir den deutschen e.V. oder die Schweizer Association. Mir pers. wäre Schweiz nicht ganz unrecht, da viele Details dort einfacher erscheinen. Leider ist keiner von uns aktuell Schweizer, was das Vorgehen etwas erschwert.

Als pot. Risiken haben wir identifiziert.
  • Abmahnungen
  • Urheberrechtsstreitigkeiten

Wir gehen eigentlich davon aus, dass nichts passiert. Da wir aber eh den Code an jemanden übertragen müssen, wollen wir das private Haftungsrisiko möglichst ausschließen.

Zitat:
Zitat von Julian Gruber Beitrag anzeigen
Gebt mir 2 Wochen! (Spaß, ich schau es mir nachher mal an)
Danke!
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Klaus Basan D[A|C|E]MBZ | VatGM - Flights on Google Map | swift Pilot client

Geändert von Klaus Basan (2015-11-03 um 17:10 Uhr)
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Alt 2015-11-03, 19:37   #13 (permalink)
 
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So, dann geb ich mal meine Stellungnahme ab. Vorweg sei gesagt, dass ich mich nur im deutschen Recht auskenne und daher keine Aussage zu evtl Organisationen im Ausland treffen kann. Da fehlt es mir an (Fach)Wissen. Da kann jemand, der in dem Bereich praktische Erfahrungen hat viel mehr dazu sagen. Ich kenne mich da nicht aus und schweige daher, denn mit heißer Luft ist euch ja nicht geholfen.

Aktuelle Situation)
Kurz zur aktuellen Situation in der ihr euch befindet. Meiner Meinung nach seid ihr im Moment bereits eine GbR gem. § 705 BGB. Denn ihr verfolgt den gemeinsamen Zweck swift fertigzustellen und jeder leistet dazu den abgesprochenen Beitrag. Daher besteht für euch in der momentanen Situation das Haftungsrisiko (dazu unten gleich) und eine gewisse Rechtsunsicherheit.


Mögliche Formen)

1) GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts, 705ff BGB)
Haftung:
Größtes Problem bei der GbR ist die uneingeschränkte persönliche Haftung aller Gesellschafter für die Gesellschaftsverbindlichkeiten gem 128 HGB analog. Das bedeutet jeder Gläubiger kann auch euch als Privatpersonen verklagen um seine Ansprüche so (zur Not auch im Wege der Zwangsvollstreckung) zu befriedigen. Dazu gehören natürlich auch evtl Verletzungen von irgendwelchen Urheberrechten oder Ähnlichem.

Mitgliederwechsel:
Dieser ist natürlich möglich, erfordert aber jeweils eine Änderung des Gesellschaftsvertrages. Dazu müssen alle Gesellschafter zustimmen. Ihr müsstet also jeweils im Einvernehmen mit allen darüber entscheiden, ob ihr jemanden aufnehmt, bzw ob jemand ausscheidet. Das sollte kein Problem darstellen und erfordert auch nicht unbedingt schriftliche Fixierung. Nur kann niemand wirksam aufgenommen werden bzw. ausscheiden, wenn nicht alle damit einverstanden sind.

Da jeder jederzeit gem 723 I 1 BGB die Gesellschaft kündigen kann, wäre es sinnvoll eine sog Fortsetzungsklausel im Gesellschaftsvertrag zu vereinbaren. Diese muss nur sagen, dass im Falle der Kündigung die Gesellschaft mit den verbleibenden Gesellschaftern fortgesetzt werden soll (vgl 736 BGB). Damit wird verhindert, dass die Gesellschaft aufgelöst wird, falls jemand ohne Zustimmung der anderen ausscheiden möchte.

Urheberrechte
Eine Regelung ala 69b UrhG gibt es passend für Gesellschaften nicht. Ich bin da jetzt nicht aktuell auf der Höhe der Rechtsprechung, aber rein vom Gesetz her gesehen, kann die Gesellschaft die Urheberrechte an swift nicht erwerben.
Möglich wäre meiner Meinung nach aber die Einräumung eines ausschließlichen Nutzungsrechtes zugunsten der Gesellschaft durch alle Programmierer mit dem Inhalt, dass nur die Gesellschaft swift nutzen darf und anderen (zB VATSIM-Usern, Dritten) Nutzungsrechte daran einräumen darf. Dadurch wäre gesichert, dass nur die swift-Gesellschaft bestimmen kann, wer swift wie nutzen darf. Dadurch könntet ihr zB auch bestimmen, dass andere den Code weiterentwickeln dürfen, die Ergebnisse aber mit euch teilen müssen. Ob diese Bestimmung des Teilens mit euch rechtlich wirksam ist, kann ich jedoch nicht sicher sagen. Denn durch die Weiterverarbeitung entsteht evtl wieder ein Urheberrecht und dieses kann man nicht unbedingt einschränken.
Jedoch sollte es an sich in dieser Gemeinschaft hier keine Schwierigkeiten geben, wenn ihr das so in die Lizenzvereinbarung reinschreibt. Ich denke daran wird sich jeder gerne halten. Aber für die Beantwortung dieser Frage reicht mein Wissen in diesem Bereich nicht aus. Da braucht es jemanden, der auf diesem Gebiet Fachmann ist.

2) KG, OHG
Problem: Haftung:
Hier besteht das selbe Problem wie bei der GbR. Bei der OHG haften alle gem 128 HGB persönlich und uneingeschränkt, bei der KG mindestens einer (der pHG = persönlich haftende Gesellschafter oder Komplementär genannt)

3) GmbH
Diese entspricht wegen des nötigen Stammkapitals von 25.000,- € gem 5 I GmbHG und der notwendigen notariellen Beurkundung des Gesellschaftsvertrages gem 2 I GmbHG ebenfalls nicht euren Vorstellungen.

4) PartG
Eine Partnerschaftsgesellschaft kommt auch nicht in Frage, da ihr ja das ganze nicht beruflich ausüben wollt.

5) eV, eingetragener Verein
Der eV kommt euren Wünschen ähnlich gut nach wie die GbR. Nur wäre hier eine Eintragung erforderlich, was natürlich einen kleinen bürokratischen Aufwand bedeutet. Zudem muss dann jedes Jahr meines Wissens eine Steuererklärung abgegeben werden. Ein gewisser Aufwand steckt da also dahinter.

Haftung:
Auch hier kann die Haftung jedoch nicht ausgeschlossen werden. Zwar haftet ihr hier nur für unerlaubte Handlungen, aber die in Frage stehenden Urheberrechts- oder Markenverletzungen o.ä. stellen solche dar. Da ja keine Verträge eingegangen werden sollen, stellt sich die Lage hier nicht groß anders als bei der GbR dar.

Zwar haftet der Verein gem 31 BGB für Schäden die ein Vorstandsmitglied in Ausführung seiner Vereinstätigkeit ausübt, jedoch kann das Vorstandsmitglied daneben selbst als Gesamtschuldner haften. Das bedeutet, dass sich der Geschädigte aussuchen könnte, ob er sich seinen Schadenvom Verein, vom Vorstandsmitglied oder von beiden versucht ersetzen zu lassen.
Daran ändert auch 31a I 1 BGB nichts, denn dieser betrifft nur das Innenverhältnis (Vorstand - Verein) und nicht das Außenverhältnis (Vorstand - Dritter). Das bedeutet, dass ihr zwar vom Verein verlangen könntet, dass er den Schaden zahlt (solange kein Vorsatz / grobe Fahrlässigkeit vorliegt, vgl 31a I 1 BGB), dass aber natürlich nichts bringt, wenn kein Vereinsvermögen besteht.

Mitgliederwecgsel
Dieser ist natürlich ohne Probleme möglich (vgl 38, 39 BGB).

Urheberrechte
Hier ist die Lage die selbe wie bei der GbR. Es bestehen die selben Probleme bzw Fragen, die ich nicht gänzlich beantworten kann.

Spenden
Diese sind bei einem Verein natürlich gut möglich. Dieser Verein könnte dann gem 55 AO selbstlos betrieben werden. Das ist dann der Fall, wenn alle Spenden nur für die Entwicklung von swift verwendet werden. Dann könnten die Spenden steuerfrei erfolgen.


So, es ist wirklich schwierig da das Richtige zu finden. Evtl weiß ja auch einer aus der Computerbranche oder eben ein Jurist der im Bereich geistiges Eigentum unterwegs ist da noch ein paar Kniffe.
Eine persönliche Haftung lässt sich aber nicht gänzlich ausschließen. Es sei aber bemerkt, dass du eine persönliche Haftung wegen unerlaubter Handlungen (zu denen die befürchteten Urheberrechtsverletzungen usw. aber eben gehören) bei keiner Gesellschaftsform ausgeschlossen werden können. Diese Haftung ist zwingendes Recht im deutschen Raum und daher ein unvermeidbares Risiko.

Gerne können wir uns auch mal auf einen kleinen Plausch im TS treffen oder so. Ich habe versucht meine Erkenntnisse möglichst umfassend und auch klar darzustellen, aber sicher ist die eine oder andere Frage offen geblieben bzw unbefriedigend beantwortet.
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Julian Gruber ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 2015-11-03, 20:10   #14 (permalink)
 
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Zitat:
Zitat von Julian Gruber Beitrag anzeigen
S
Gerne können wir uns auch mal auf einen kleinen Plausch im TS treffen oder so. Ich habe versucht meine Erkenntnisse möglichst umfassend und auch klar darzustellen, aber sicher ist die eine oder andere Frage offen geblieben bzw unbefriedigend beantwortet.
Da sind durchaus ein paar Aspekte drin, die zumindest ich vergessen / übersehen habe. Daher schon mal vielen Dank. Das mit dem TS machen wir. Roland oder ich kommen auf Dich zu.
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Klaus Basan D[A|C|E]MBZ | VatGM - Flights on Google Map | swift Pilot client
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Alt 2015-11-03, 21:27   #15 (permalink)
 
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Ich war so frei die Situation einem Freund zu schildern, der kurz vor'm zweiten Examen steht. Hier seine Antwort:

- aus meiner Sicht ist ein Verein die praktikabelste Lösung. Ich kann hier nur von der deutschen e.V. berichten, "internationale Vereine" kenne ich nicht. Allerdings kann ein deutscher Verein sich aus Mitgliedern beliebiger Nationalität zusammensetzen.
Ein Verein ist rechtsfähig und kann dementsprechend "selbst"/durch seinen Vorstand Verträge schließen und Rechtspositionen erwerben.


- zu den Feinheiten des Copyrights kann ich nichts sagen, ein Verein sollte aber jedenfalls rechtlich dazu fähig sein, in dem Kontext als (juristische) Person aufzutreten


- zur Gründung eines Vereins braucht es 7 Leute und eine Satzung, es empfiehlt sich, andere ähnliche Vereine einmal anzuschreiben und nach der Satzung zu fragen, Vereinssatzungen sind im Vereinsregister öffentlich zugänglich, es gibt also keinen Grund, die nicht auch auf Anfrage zu verschicken... daran kann man sich dann orientieren. 1-2 Abende Arbeit würde ich für eine Vereinsgründung einplanen, wenn man einigermassen bereit ist, sich das aufmerksam durchzulesen, dürfte das auch für einen juristischen Laien easy möglich sein.


- Ansprechpartner für Vertragspartner des Vereins ist dann in erster Linie der Verein, somit wird niemand als Privatperson "genervt" werden. Das darf aber nicht als absoluter Freifahrtsschein missverstanden werden, wenn man groben Mist baut, kann man sich auch nicht hinter dem Verein verstecken, in gravierenden Fällen haftet der Vorstand auch persönlich... das sollte jedoch nicht relevant werden. (aber als negativ beispiel: der betreiber von kinox.to wäre auch nicht besser dran, wenn sein laden ein verein gewesen wär)


- eine GbR ist ein Zusammenschluss mehrerer Gesellschafter, diese Rechtsform eignet sich nicht unbedingt, da die einzelnen Gesellschafter nicht so einfach austauschbar sind, wie Vereinsmitglieder


- eine GmbH wäre der Königsweg, die GmbH ist gewissermassen die kaufmännische Steigerung des Vereins, da kann man dann richtig am markt teilnehmen und die haftung beschränken (daher der name), allerdings wäre das viel zu teuer, da müssen Einlagen geleistet, geschäftsführer bestimmt usw usf werden, das geht auf keinen fall ohne juristische Hilfe.


-> mit dem Verein seid ihr auf dem richtigen Weg


grüße eines angehenden juristen
Johann Herrmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 2015-11-03, 21:39   #16 (permalink)
 
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Vielleicht hilft auch das etwas:

http://www.frag-einen-anwalt.de/Soft...---f13200.html
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Alt 2015-11-03, 22:20   #17 (permalink)
 
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Super, danke, dass Du Dir die Zeit für den Beitrag und die entsprechende Recherche genommen hast!
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Without deviation from the norm, progress is not possible. Frank Zappa
Gruss, Andreas | VATSIM Supervisor
Regelmässig aktuelle Fotos bei Instagram

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Alt 2015-11-04, 08:34   #18 (permalink)
 
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@ Klaus: Du hast Post (PN).
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Gruß Rainer
ATCo S2 RG München - exPTD4 - P5 - PTD 2-6

See You in the skies...
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Alt 2015-11-04, 22:24   #19 (permalink)
 
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Ich war selbst Contributor bei Open Source Software und habe einige Kollegen, die das regelmaessig publizieren. Ich denke, ich kann manches vielleicht kommentieren.

Kurz gesagt: ich wuerde vermutlich eine der ueblichen Open Source Lizenzen hernehmen und das weiter als Gruppierung von Privatpersonen belassen. Nur was Spenden angeht, kann ich mich nicht aeussern, im Zweifel sollte sowas wie flattr aber eher unbedenklich sein (solange die Leute keine Spendenquittung haben wollen ist das vielleicht eh unkomplizierter).


Zitat:
Zitat von Klaus Basan Beitrag anzeigen
Damit wird sichergestellt, dass auch nach Ausscheiden von Teilnehmern eine Weiterführung des Projektes möglich wird.
Das wuerden auch die ueblichen OSS Lizenzen wie GPL und BSD sicher stellen. Anders gesagt, Ihr koenntet gar niemanden daran hindern, Eure Software weiterzu verwenden solange er/sie sich an die Lizenz haelt.


Zitat:
Zitat von Klaus Basan Beitrag anzeigen
Gleichzeitig möchten wir gerne verhindern, dass wir als Privatpersonen rechtlich angreifbar sind.
Sollte auch groesstenteils durch die Lizenz abgedeckt sein. Zumindest eine Haftungsausschluss-Klausel ist immer dabei, insb bei GPL und BSD. Bei der GPL3 gab es, bevor diese fertiggestellt war, mal das Problem, dass die Haftungsausschlussklausel nach deutschem Recht nicht gueltig gewesen waere, aber das koennte sich mittlerweile geloest haben. Fuer Software, die man kostenlos weitergibt, (meine ich) haftet man eh nur fuer grobe Fahrlaessigkeit (hoffe das war der richtige Begriff), wenn zB bekannte Bugs nicht veroeffentlicht werden. Dieses kann man zB durch oeffentliche Bugtracker umgehen (was man auf einigen Hosting Plattformen eh gratis dazu bekommt). Und selbst wenn, gibt es ja eine Haftungsausschlussklausel.

Zitat:
Zitat von Klaus Basan Beitrag anzeigen
Es geht auch darum, dass wir ggf. mal einen Server anmieten oder die eine oder andere Ausgabe bestreiten müssen. Auch wenn wir nicht gewinnorientiert sind und die wift Software OpenSource ist, lassen sich gewisse finanzielle Transaktionskosten nicht ausschließen.
Was spricht dagegen das untereinander als Privatpersonen zu regeln?

Zitat:
Zitat von Klaus Basan Beitrag anzeigen
Anderseits möchten wir als Privatpersonen nicht plötzlich mit Abmahnungen oder anderem Rechtsgedöns konfrontiert werden.
Abmahnungen kenne ich bisher eher von Homepages wo das Impressum fehlt. Das sollte mittlerweile aber gut dokumentiert sein wie das richtig geht. Wenn Ihr Rechtsgedoens vermeiden wollt, klingt das eher nach BSD Lizenz o.ae. Die GPL muesste man im Zweifelsfall ja aktiv durchsetzen und das kann muehsam werden...


Zitat:
Zitat von Roland Winklmeier Beitrag anzeigen
Das bedeutet aber natürlich, dass die Lizenz gut gewählt sein will. Was wir definitiv nicht wollen ist, dass wir nach mitterlweile 2 1/2 Jahren eine Menge Vorarbeit leisten und sich dann ein konkurriendes Netzwerk die Vorarbeit nimmt, Teile signifikant verbessert aber diese Änderungen nicht teilt. Mit einer Lizenz wie Apache, BSD und Co. ist das möglich und scheiden deswegen aus. Wir wollen explizit dass wenn andere von unserer Arbeit profitieren sie ihren Beitrag an swift geben müssen. Aus diesem Grund kommt eigentlich nur ein starkes Copyleft in Frage wie bei der GPL der Fall.
Verstaendlich, aber vielleicht als gutgemeinter Hinweis (und vielleicht seht Ihr das eh aehnlich), nach GPL muessen die Aenderungen euch nicht mitgeteilt werden sondern nur veroeffentlicht werden. Und ob die Aenderungen dann noch zurueckportiert werden koennen, ist eh eine andere Frage (hatten wir damals mit gimp und cinepaint, wo einige Features nicht mehr portiert werden koennten). Oder als Extremfall, falls Ihr mal versucht habt, den Source Code von einem Telekom Router runterzuladen. Da kriegt man einen 150MB source tarball (komprimiert natuerlich) wo ein 5+ Jahre alter Kernel, binutils, gcc, glibc und userland gedoens drin stickt und man darf sich die Aenderungen erstmal zamfriemeln. Effektiv die Aenderungen zu mergen stelle ich mir da schwer vor.
Ich will die GPL nicht schlechtreden, ich wuerde nur die Vorteile nicht ueberbewerten. Nicht, dass es dann in 2 1/2 Jahren doch Enttaeuschung gibt.


Zitat:
Zitat von Roland Winklmeier Beitrag anzeigen
Ansonsten sind Anpassungen an der Lizenz fast unmöglich.
Nur als Kommentar, die GPL2 zB erlaubt keine Zusaetze zur Lizenz. Die GPL3 schon, aber dafuer muss man Jurist sein (oder einen bezahlen) um einen Zusatz sinvoll zu formulieren.

Zitat:
Zitat von Roland Winklmeier Beitrag anzeigen
Wer ist der denn die natürliche oder juristische Person die letztendlich der Empfänger von Copyright wird?
In Deutschland hat immer derjenige Urheberrecht, der eine Codezeile verfasst. Das muesste auch in den meisten Jurisdiktionen aehnlich sein. In manchen Laendern gibt es noch den Fall, dass das Copyright bei einer Firma liegen kann, wenn diese den Programmierer fuer das Schreiben dieses Codes bezahlt (muss dann aber explizit im Arbeitsvertrag stehen).

Zitat:
Zitat von Roland Winklmeier Beitrag anzeigen
Edit: Noch ein wichtiger Punkt. Richtig ist, dass mit GPL ein Lizenznehmer Schwierigkeiten hat gegen eine propritäre Vatsim-Libary zu linken ist uns bewusst.
Muesste das nicht mit der LGPL2 gehen? Ich meine, bei den *GPL3 Lizenzen waere das noch restriktiver aber ich komme auch dauernd durcheinander bei all den GPLs.


Was ich eher ab und zu hoere, ist, dass die Leute Ihre Software wegen des Namens umbenennen muessen. Und nachdem Apple letztens eine Programmiersprache namens "swift" veroeffentlicht hat und swift auch ein ein wenig generischer Name ist, koennte das vielleicht Probleme machen. Euer swift gab's vermutlich schon bevor das von Apple angekuendigt wurde, nur falls man die Zeit minimieren moechte, die man mit Rechtsstreitigkeiten verbringt, ....
Erwin Lindemann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 2015-11-05, 15:10   #20 (permalink)
 
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Von GPL3 würde ich ganz ganz dringend abraten, da sich diese über Systemgrenzen hinweg fortzusetzen versucht. Würde z.B. swift in Zusammenarbeit mit VATSIM einen besseren Audiocodec einführen wollen, wären Anpassungen an VATSIM nötig, die speziell auf die Anbindung von swift abzielen. In diesem Fall hat der Code auf VATSIM-Serverseite prinzipiell unter GPL3 zu stehen (vom Audiocodec mal ganz zu schweigen). Und da der wiederum mit ziemlich viel anderen Dingen in Kontakt gebracht werden müsste würde sich die GPL so immer weiter fortsetzen. Da bekommt man schon bei der Verbindung mit anderen Open Source-Lizenzen auf der Gegenseite Probleme, an proprietären Code möchte ich da gar nicht denken. Auch wenn Laminar mal Anpassungen an X-Plane für swift implementieren sollte dehnt sich die GPL3 meinem Verständnis nach sogar auf den Simulator und danach auf sämtliche Addons aus. Gleiches Problem mit AGPL2. AGPL3 hingegen soll wohl wieder anders sein (hab ich mir aber noch nie angesehen).

LGPL hingegen sollte unproblematischer sein und im Großen und Ganzen erfüllen was Ihr Euch wünscht. Änderungen an Eurem Code müssen weiter unter LGPL fortgesetzt werden, proprietäre Komponenten dürften dazuprogrammiert werden, aber auch proprietäre Programme Eure Bibliotheken einbinden, was eine Distribution für VATSIM als Gesamtwerk auf jeden Fall wäre. Euer Projekt und die Lizenz muss aber prominent vermeldet werden.

GPL2 wäre noch eine Option, da diese an der Programmgrenze abschließt (was von den ganz extremen GPL-Befürwortern als Schlupfloch interpretiert und daher in der GPL3 "gefixt" wurde). Das Gesamtwerk ist dann allerdings etwas schwierig weiterzuverbreiten; genau genommen müssten bei einer proprietäre Komponente die Komponente (VATSIM-Client) und das GPL-Kernprojekt separat ausgeliefert werden. In jedem Fall wäre es gut vorab eine Ausnahme für Clientbibliotheken o.ä. zu definieren, aber ob das dann wirklich rechtlich korrekt ist... Was Erwin grad meinte (GPL2 erlaube keine Zusätze) war mir bisher noch nicht bekannt, könnte dann eigentlich auch schon ausscheiden.

Strikter als LGPL sollte man die Lizenz hier am besten nicht setzen. Das Gefühl "Forks" die nur aus einer Namensänderung bestehen, die Copyrights versuchen zu verstecken und damit schlichtweg klauen vorab vermeiden zu wollen kenne ich, allerdings würde ich in jedem Projekt und ganz besonders in diesem Fall doch erstmal von einer kooperativen Atmosphäre und dem Wunsch nach einer allgemeinen Verbesserung des Codes im Interesse aller ausgehen. Klauende Forks sind doch relativ selten (und die Entfernung bestehender Copyrights/Autorennamen eigentlich in fast allen Lizenzen untersagt), hier zu strikte Vorkehrungen treffen zu wollen schottet ein Projekt aber auch zu sehr ab und stimmt die Atmosphäre von vornherein eher feindlich (was dann wiederum die "Gefahr" von Forks erhöht). Mir wäre als Entwickler eigentlich fast immer wichtiger, dass ich nicht für die Tonne entwickelt hab und da ist eine nicht ganz so extrem um sich schlagende Copyleft-Lizenz meist die bessere Wahl.


Dazu sollte ich vielleicht noch kurz erwähnen, dass ich kein Jurist bin und bisher nur marginal mit Jura Kontakt hatte, eine (verbindliche) Rechtsberatung ist hier im Thread ja sowieso gar nichts (sicherlich selbst wenn einer der Juristen sich hier meldet). Die Lizenzen daher bitte immer noch mal selbst lesen und interpretieren. Ich hab mich trotzdem für ein größer geplantes Projekt (aus dem wegen zuvieler Vorüberlegungen nichts wurde) vor ca. 10 Jahren intensiver mit den diversen Lizenzen befasst (und mich danach dafür entschieden, möglichst alles was ich schreibe unter MIT zu stellen). Was ich hier zu den Lizenzen von mir gebe basiert auf dieser Recherche und allem was man über die Jahre allgemein in der Presse dazu lesen konnte.

Geändert von Daniel Neugebauer (2015-11-05 um 15:17 Uhr)
Daniel Neugebauer ist offline   Mit Zitat antworten
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