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Controller-Ecke Tips und Hilfen rund um das Controllen (Techniken, Sektorfiles, Phraseologie, usw.)

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Alt 2008-05-02, 17:34   #1 (permalink)
 
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Standard CPT-Bewertung - ein Vorschlag

Liebes TD, liebe Kollegen,

es gibt ja immer mal wieder Unmut über die Bewertungen bei den CPTs. Besonders oft höre ich in letzter Zeit, dass Prüflinge den Eindruck haben, dass sie sich grundsätzlich erst einmal als "schlecht" eingestuft fühlen und dann in der Prüfung beweisen müssen, dass sie es doch nicht sind. Das ist der Stimmung und der Motivation für ein CPT natürlich nicht gerade förderlich.

Dankenswerterweise arbeitet das TD ja immer wieder an transparenteren Kriterien und neuen Möglichkeiten, die Prüfungen gerechter machen. Darf ich im Zuge dieses Prozesses einen Vorschlag machen?

Wäre nicht folgendes Vorgehen sinnvoller? Der Grundgedanke am Anfang der Prüfung ist: "Der Kandidat hat bestanden." In den folgenden xx Minuten wird diese These abgeklopft. Das heißt: Für jeden Fehler bekommt der Kandidat Minuspunkte. Überschreiten die Minuspunkte eine gewisse Grenze, ist der Kandidat durchgefallen. Überschreiten sie diese Grenze nicht, hat er automatisch bestanden.

Im Grunde meine ich damit eine Umkehrung der Beweislast: Nicht der Kandidat muss beweisen, dass er seine Position sicher ausfüllen kann, davon gehen wir zu Beginn der Prüfung erst einmal aus. Stattdessen muss dem Prüfling bewiesen werden, wenn/falls er noch nicht soweit ist.

Ich könnte mir vorstellen, dass das auch die Prüfungsangst abbauen könnte, die viele Controller bisher haben und der sie von einem CPT abhält.

Würde mich freuen, falls Ihr mal darüber nachdenken könntet. Sollten meine Vorschläge totaler Schwachsinn sein, dann, naja, vergessen wir es halt wieder...

Alex
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Alt 2008-05-02, 18:18   #2 (permalink)
 
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Ich denke mal, dass es nicht wirklich anders gemacht wird:
Erst einmal stehen die Kreuze gedanklich auf der Mindestanforderung oder besser, und verschieben sich während des CPT´s weiter nach links, bei zu viel Fehlern aber auch weiter nach rechts - vor Beginn wird wohl keiner als durchgefallen gelten. Viel eher sehe ich eine gewisse Uneinsichtigkeit bei negativen Entscheidungen der Prüfer.
Das einzige, was m.E. noch wirklich fehlt, ist die Annäherung an die die Vergleichbarkeit untereinander. D.h. Verkehrszahlen, Anzahl und Häufigkeit besonderer Ereignisse, Qualität des Verkehrs.
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Alt 2008-05-02, 19:05   #3 (permalink)
 
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Zitat:
Zitat von Alex Cohrs Beitrag anzeigen
es gibt ja immer mal wieder Unmut über die Bewertungen bei den CPTs.
Leider! Wobei man der Fairness halber auch erwähnen sollte, dass etliche, die zu Zeiten ihres Failed´s lautstark ihren Unmut äusserten, mit einigem Abstand ihre Leistung wesentlich kritischer eingestuft haben, als unmittelbar nach dem CPT.

Zitat:
Besonders oft höre ich in letzter Zeit, dass Prüflinge den Eindruck haben, dass sie sich grundsätzlich erst einmal als "schlecht" eingestuft fühlen und dann in der Prüfung beweisen müssen, dass sie es doch nicht sind. Das ist der Stimmung und der Motivation für ein CPT natürlich nicht gerade förderlich.
Worauf sich dieses Gefühl stützt, ist mir schleierhaft. Die Prüfer haben vor dem CPT in aller Regel keinen Kontakt zu den Prüflingen gehabt. Der erste nähere Kontakt zum Prüfling ensteht im Rahmen des De-Briefings NACH (!!!) dem CPT. Was hätten wir davon einen Kandidaten von vornherein als grundsätzlich nicht oder wenig geeignet zu betrachten? Mehr noch: Was hat ein TD-Prüfer davon einen Kandidaten durchrasseln zu lassen?

Zitat:
Dankenswerterweise arbeitet das TD ja immer wieder an transparenteren Kriterien und neuen Möglichkeiten, die Prüfungen gerechter machen. Darf ich im Zuge dieses Prozesses einen Vorschlag machen?
Immer doch

Zitat:
Wäre nicht folgendes Vorgehen sinnvoller? Der Grundgedanke am Anfang der Prüfung ist: "Der Kandidat hat bestanden." In den folgenden xx Minuten wird diese These abgeklopft. Das heißt: Für jeden Fehler bekommt der Kandidat Minuspunkte. Überschreiten die Minuspunkte eine gewisse Grenze, ist der Kandidat durchgefallen. Überschreiten sie diese Grenze nicht, hat er automatisch bestanden.
Was machen wir denn momentan anders als oben beschrieben?

Zunächst einmal stehen wir einem Kandidaten zu Beginn einer Prüfung immer neutral gegenüber. Meist versuchen wir die Stimmung sogar noch mit einem kleinen Scherz oder ein paar aufmunternden Worten positiv zu beeinflussen.

Die Beurteilung erfolgt dann an Hand eines vorgegebenen Gradesheets, innerhalb dessen die für die Prüfungsposition benötigten Skills Punkt für Punkt abgeklopft werden. Ist das Verkehrsvolumen für eine Bewertung unzureichend, so wird vom Prüfer eingegriffen um bewertbare Maßstäbe und vor allem auch SAG-weite einigermaßen einheitliche Maßstäbe herzustellen. Alles andere ist Mathematik, nämlich das prozentuale Aufaddieren der gemachten Fehler in Relation zum vorhanden Traffic-Volumen. Und daraus ergibt sich dann ein Ergebnis, dass jederzeit fachlich/sachlich verargumentiert werden kann und auch wird. Da wäre überhaupt kein Platz um igrendwelcher individueller Voreingenommenheit freien Lauf zu lassen.

Zitat:
Im Grunde meine ich damit eine Umkehrung der Beweislast: Nicht der Kandidat muss beweisen, dass er seine Position sicher ausfüllen kann, davon gehen wir zu Beginn der Prüfung erst einmal aus. Stattdessen muss dem Prüfling bewiesen werden, wenn/falls er noch nicht soweit ist.
Auch hier die Frage: Was machen wir anders? Wir gehen grundsätzlich davon aus, dass der Kandidat seine Position sauber ausfüllen kann. Wenn er das nicht könnte, hätte er keinen Pre-Check erfolgreich absolviert und wäre zum CPT gar nicht angetreten. Bisher bin ich auch, bis auf einen Fall, immer in dieser Annahme bestätigt worden.

Zitat:
Ich könnte mir vorstellen, dass das auch die Prüfungsangst abbauen könnte, die viele Controller bisher haben und der sie von einem CPT abhält.
Würde mich freuen, falls Ihr mal darüber nachdenken könntet. Sollten meine Vorschläge totaler Schwachsinn sein, dann, naja, vergessen wir es halt wieder...
Wir denken pausenlos darüber nach, was wir wo, wie und wann verbessern können. Hört sich blöd an, ist aber so. Es vergeht kaum ein Meeting vom Christoph und mir, innerhalb dessen wir nicht dieses Thema andiskutieren und evtl. Konsequenzen ziehen. Bestes Beispiel dafür sind die Gradesheets, deren nächste Revision jetzt bevorsteht. Und Vorschläge von Eurer Seite sind uns immer willkommen...Schwachsinnig wäre nur, sich diese Vorschläge nicht anzuhören.
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ServInfo geht, DLMN kommt

Geändert von Andreas Jung (2008-05-02 um 19:20 Uhr)
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Alt 2008-05-02, 19:35   #4 (permalink)
 
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Vergleichbarkeit ist ein schönes Wort. In einer Mathematikarbeit in der Grundschule gibts ein richtig oder ein falsch. Super einfach zu bewerten. Wie wir alle wissen, ist es im Fach Deutsch schon viel schwieriger, wenn man eine Interpretation oder eine Analsyse schreibt. Ob eine Klausur oder mündliche Prüfung an der Uni - die Bewertungen können sehr auseinandergehen. Überall im Leben, wo jemand etwas bewerten muss, kann es unterschiedliche Meinungen des Bewertungsteams geben.

Wenn mir jetzt hier einer eine Generallösung für ein Bewertungskonzept in der Flugsicherung nennt, dann wird er von der DFS mit Sicherheit sofort einen Beratervertrag bekommen.

Man möge doch nicht immer nur glauben, dass Prüfer den Kandidaten was böses wollen. Ein weitläufiger Irrglaube. Ein Failed macht doppelt so viel Arbeit, als ein Passed.
Wir lernen die Prüflinge meistens 1-2 Minuten vor dem CPT Beginn kennen und gehen IMMER davon aus, das wir nur zugucken, um uns davon zu überzeugen, dass der Kandidat nach 90 Minuten eine Reco bekommt.

Wenn es dann mal doch nicht so läuft, erwarte ich aber auch, dass die Gemeinschaft der SAG aus Neigierde oder Schadenfroheit nicht jedes Detail wissen will, warum der Kandidat durchgefallen ist. Das nämlich geht wie in jeder Prüfung im richtigen Leben niemand fremden was an. Der ausbildende Mentor oder FIR Chief hat die Gelegenheit, jedem De-Briefing beizuwohnen. Er kann so seiner FIR oder seinen Mentoren sagen, worauf in Zukunft mehr zu achten sei. Leider nehmen viel weniger als 50% der Mentoren/Chiefs an diesen Sitzungen teil.

Wie viel transparenter sollen die Prüfungen noch werden. Alles was abgeprüft wird steht für die Öffentlichkeit schon geschrieben. Die Gradesheets sind allen bekannt. Die Prüfer sind allesamt sehr sehr lange im Geschäft und prüfen seit vielen Jahren. Sind somit alle sehr erfahren.

Zum Thema Beweislastumkehr: Was soll da umgekehrt werden, der Kandidat kann nur durchfallen, wenn die Prüfer im Fehler nachweisen können, die Prüfungsrelevant sind. Wenn nix schlimmes vorfällt, besteht ja jeder. Aber so funktioniert ja eigentlich jede praktische Prüfung - jedenfalls alle, die ich mir im Leben so vorstellen kann.
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Jürgen Sager
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Jürgen Sager ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 2008-05-03, 09:08   #5 (permalink)
 
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So wie Jürgen das beschreibt ist es doch optimal oder?
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gruß
Andy

The early bird may get the worm, but the second mouse gets the cheese!
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